15. August 2026 - Sommer 2027
Genauso wie Caspar Wolfs Landschaftsbilder zur Zeit der Aufklärung vor 250 Jahren die wissenschaftliche Erforschung der Alpen begleitet und befördert haben, öffnen uns Kunstwerke, die heute entstehen, die Augen für die Welt von heute. Sie bereichern unser Verständnis der Welt und somit unser Selbstverständnis.
Besonders interessant wird dies in der vergleichenden Betrachtung von historischen Landschaftsdarstellungen mit der heute real existierenden Landschaft. Im Zentrum der Ausstellung Gletscher-Liebe stehen Studien von Caspar Wolf mit Gletschermotiven. Der Werktypus der «Studie» bezeichnet Malereien, in Öl oder auch Gouache und Bleistift auf kleine Kartons aufgebracht. Sie entstanden unmittelbar vor Ort, also auf den Alpenexpeditionen, die Wolf in der 2. Hälfte der 1770er Jahren, oft zusammen mit dem Berner Naturforscher Jakob Samuel Wyttenbach, unternommen hatte. Ausserdem ist ein Gemälde mit einer Ansicht des Rhonegletschers von Johann Heinrich Wüest (1741–1821) zu sehen. Der Zeitgenosse von Caspar Wolf malte es zwischen 1772 und 1775 im Auftrag des englischen Naturforschers John Strange. Die Ausstellung Gletscher-Liebe stellt den historischen Bildern zwei Werke von zeitgenössischen Kunstschaffenden zur Seite. Sie wurden in Muri erstmals im Rahmen des Kunst- und Forschungsprojekts von Murikultur GRAND TOUR CASPAR WOLF (2020–22) präsentiert. Damals machten sich zwanzig Kunstschaffende auf, um den Spuren von Caspar Wolf zu folgen. Sie setzten sich mit heutigen künstlerischen Mitteln mit dem heutigen Zustand derselben Gegenden auseinander, denen Wolf mit seiner Kunst Ausdruck gab.
mit Werken von
Moritz Hossli
Monika Müller
Caspar Wolf
Heinrich Wüest
kuratiert von Peter Fischer
