Schumann-Märchen

Ein Abend mit Julian Prégardien und Michael Gees

Sonntag 04. März 2018, 17.00 Festsaal Kloster Muri
Julian Prégardien, Tenor
Michael Gees, Klavier

Programm
Robert Schumann – Liederkreis op. 24
Robert Schumann – Lieder und Klavierstücke
Dazwischen Improvisationen und Texte

Tickets: Kat A: CHF 50.-/25.- Kat B: CHF 35.-/10.-

16.00 Abendkasse und Konzertbar
16.00 Konzerteinführung im Beisein der Künstler

In der Pause und nach dem Konzert CD Verkauf.
Die Künstler signieren nach dem Konzert ihre CDs.
EIN SCHUMANNMÄRCHEN
JULIAN PRÉGARDIEN, Tenor
MICHAEL GEES, Klavier

Nach der eindrücklichen Aufführung der «Winterreise à la 1864» im November 2015 kehren der gefeierte Tenor Julian Prégardien und der Pianist Michael Gees nach Muri zurück und laden das Publikum zu einem bewegenden Ausflug in die Welt der Schumanns ein.

Es war einmal eine Zeit, in der war es gewünscht und üblich, dass Interpreten Werke nicht bloß exekutierten, sondern Varianten hinzuerfanden, phantasierten und Extempores zu Gehör brachten. Der schöpferische Umgang mit der Überlieferung galt einmal als selbstverständlich. Man ging überhaupt nur zu einer Schubertiade oder zu einer Soirée, um etwas Unwiederholbares und Unerhörtes zu erleben, mehr noch, um sich an der Entstehung eines Kunstwerkes zu beteiligen. Denn eigentlich gab es damals noch gar kein Publikum, nur Mitwirkende. Nie wäre ein Musiker auf die Idee gekommen, sich selbst zu leugnen und nur Noten zu spielen, ohne ins Feuer der Begeisterung zu geraten. Davon hat sich etwas bis auf den heutigen Tag erhalten: obwohl gedruckter Text keine Vortragsbezeichnungen enthält, betonen Schauspieler ihn gewöhnlich dennoch, sprechen Dialekt, kürzen, ändern oder variieren nach eigenem Gutdünken oder nach dem Willen der Regie. Und niemand käme auf die Idee zu sagen, da vergreife sich einer an Meisterwerken...
Und heute? Schumann lebt! Und weil er nicht gestorben ist, singen und spielen Julian Prégardien und Michael Gees Robert Schumann. Und das, was ihnen dazu einfällt, auch.

Der im ersten Konzertteil erklingende Liederkreise opus 24 wird durch Klavierpräludien und -Intermezzi erweitert, im zweiten erklingen neben Liedern nach Gedichten von Andersen, Eichendoff, Goethe und Heine auch Klavierstücke von Robert Schumann, zu denen Julian Prégardien ausgewählte Gedichte rezitiert.
Aus der Basler Zeitung, Februar 2011:
"In romantischen Salons mag es nicht soviel anders zugegangen sein: Julian Prégardien und Michael Gees präsentierten in der Gare du Nord ein Liederprogramm mit improvisatorischen Zügen. Ein Programmblatt gab es sehr wohl, aber es war eines, das nicht alles verriet. So musste man als Zuhörer des Liederabends im Basler Musikbahnhof die Ohren spitzen."
Aus der Badischen Zeitung, Oktober 2010:
"Selten wurde so deutlich, weshalb es "Liederkreis" heißt, wie an diesem gut besuchten Abend im Freiburger Historischen Kaufhaus. Denn Schumanns Opus 24 nach Gedichten von Heinrich Heine wurde in der ersten Hälfte "ex tempore" gegeben […]: der Bogen wurde über das einzelne Lied hinaus gespannt, der Notentext zur Improvisation hin geöffnet, viele der Lieder wurden miteinander verbunden und in Zwischenspielen erweitert. [...] Am Ende des frenetisch gefeierten Liederabends erklangen drei Klassiker des Schumann'schen Liedschaffens. Da war zunächst die Vertonung von Goethes "Über allen Gipfeln ist Ruh'" ("Nachtlied"): Prégardiens Legato war hier ebenso makellos wie im erschütternden "Der Einsiedler". Dann: Die Eichendorff-Vertonung "Mondnacht", vor deren Schönheit das beschreibende Wort zu kapitulieren droht."