Musikkollegium Winterthur

7. Murikultur Tage

Samstag 08.09.18, 19.30 Festsaal Kloster Muri
Musikkollegium Winterthur
Juri Schmahl, Oboe
Thomas Zehetmair, Leitung

Programm
F. Schubert, „Grosse“ Sinfonie in C-Dur
F. X. Mozart, Sinfonia D-Dur
W.A. Mozart, Oboenkonzert C-Dur KV 314

Tickets
Kategorie A: 50.-/25.- Kategorie B: 35.-/10.-

18:30 Abendkasse und Konzertbar
Juri Schmahl, Oboe
Geboren in Mainz, begann Juri Schmahl seine musikalische Ausbildung schon früh mit Gesangsunterricht und wechselte später zur Oboe. Er studierte an der Hochschule für Musik Nürnberg und am renommierten Conservatoire de Paris, wo er mit höchster Auszeichnung abschloss. Im Frühjahr 2017 wurde er mit dem begehrten Preis des Deutschen Musikwettbewerbs und darüber hinaus auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Zuvor wurde er Preisträger wichtigster internationaler Wettbewerbe, wie u. a. des 11th International Oboe Competition of Japan 2015, IDRS Young Artist Competition, USA 2012 oder des international höchstdotierten Wettbewerbs für Oboe in Muri, Schweiz 2016. Aufgrund dieser herausragenden Leistungen wird er von der Deutschen Stiftung Musikleben und der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Nachdem er als Solo-Oboist im European Union Youth Orchestra spielte, gastiert er heute in gleicher Position unter anderem bei den Bamberger Symphonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, dem Frankfurter Opern- und Museums-orchester oder der NDR Radiophilharmonie und ist seit 2015 Solo-Oboist des Niedersächsischen Staatsorchesters der Staatsoper Hannover. Als Solist war er bereits bei Festivals wie den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Davos Festival oder dem Kurt-Weill-Fest zu hören und spielte u. a. mit Orchestern wie dem Beethoven-Orchester Bonn, Niedersächsischen Staatsorchester Hannover, Staatskapelle Halle, Argovia Philharmonic oder dem Gunma Symphony Orchestra. Im Herbst 2018 erscheint seine Debüt-CD beim Leipziger Label Genuin.
Musikkollegium Winterthur
Das Musikkollegium Winterthur wurde 1629 gegründet und ist somit eine der traditionsreichsten musikalischen Institutionen Europas. Ursprünglich ein reines Laiengremium, entwickelte sich die musikalische Vereinigung im Laufe der Jahrhunderte durch allmähliche Beiziehung von ausgebildeten Musikern zu einem Ensemble, das sich auch an anspruchsvolle Werke heranwagte (z.B. «Das Paradies und die Peri» von Robert Schumann). Der konsequente nächste Schritt war dann die Gründung eines Berufsorchesters mit dem Namen «Stadtorchester Winterthur» (1875). Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich dieses – in bewusster Anknüpfung an seine Anfänge – in «Musikkollegium Winterthur» umbenannt, eine Bezeichnung, die auf Auslandreisen sowie auf Tonträgern schon seit einem halben Jahrhundert für das Orchester verwendet wurde. Seit diesem Namenswechsel bezeichnet sich die Trägerschaft des Orchesters ganz bewusst als «Verein Musikkollegium Winterthur». Im Zentrum des Repertoires des Orchesters stehen heute – aufgrund seiner Grösse von 50 Musikerinnen und Musikern – Klassik und Frühromantik sowie Werke des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Chefdirigenten Franz Welser-Möst (1987-1990), János Fürst (1990-1994), Heinrich Schiff (1995-2001) und Jac van Steen (2002-2008) hat sich das Ensemble zu einem führenden Schweizer Klangkörper entwickelt. Von 2009 bis 2016 war Douglas Boyd Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur. Gemeinsame Projekte umfassten – neben den vereinseigenen Konzerten in Winterthur – eine Produktion für das Opernhaus Zürich, Tourneen nach Deutschland und Spanien sowie diverse CD-Aufnahmen. Seit der Saison 2016/17 ist Thomas Zehetmair Chefdirigent. Das Orchester gibt pro Saison etwa 70 Konzerte, davon rund 40 in Winterthur im Rahmen der eigenen Vereinskonzertreihen im Stadthaus Winterthur, einem Meisterbau von Gottfried Semper. Die Konzertstruktur, die sich konsequent nach Zielgruppen orientiert, hat die Position des Musikkollegiums Winterthur als innovativer Konzertveranstalter gestärkt. Zunehmend ist das Ensemble bei bedeutenden Konzertreihen im In- und Ausland zu Gast. Die Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Zürich erlaubt dem Orchester, sich regelmässig im Opernbereich zu profilieren. Berühmte Solisten wie Emanuel Ax, Daniel Hope, Janine Jansen, Fazil Say oder Jean-Yves Thibaudet schätzen die kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Musikkollegium Winterthur. Besondere Bemühungen unternimmt das Orchester bei der Förderung junger Solistinnen und Solisten. Herausragenden Talenten wie Teo Gheorghiu oder Kit Armstrong bietet der Verein Musikkollegium Winterthur Projekte über mehrere Saisons an. Mit seiner exemplarischen Jugendarbeit hat das Musikkollegium Winterthur in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle in diesem Bereich erlangt, für die es bereits mehrere Preise entgegennehmen durfte. Neben einem vielfältigen Veranstaltungsangebot wurden auch Buch-, CD- und DVD-Projekte sowie ein Dokumentarfilm realisiert. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten der Mäzen Werner Reinhart und der Dirigent Hermann Scherchen die Geschicke des Orchesters wesentlich. Bedeutende Komponisten wie Strauss, Strawinsky, Schoeck oder Webern komponierten für das Musikkollegium Winterthur. Autographe dieser Komponisten sowie zahlreicher anderer von Werner Reinhart geförderter Tonschöpfer bilden den Kern des Archivs der Rychenberg-Stiftung, das zusammen mit dem Archiv des Vereins Musikkollegium (hier liegen u.a. 140 Originalbriefe von Brahms) eine der bedeutendsten musikalischen Privatsammlungen Europas bildet.
Thomas Zehetmair, Leitung
Thomas Zehetmair ist seit August 2016 Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur. Thomas Zehetmair ist eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Als Geiger, Dirigent und Kammermusiker geniesst er weltweit grosses Ansehen. Seine internationale Karriere als Dirigent wird insbesondere von zwei Positionen bestimmt: der des Chefdirigenten des Orchestre de chambre de Paris, Frankreich sowie des Artistic Partners des St. Paul Chamber Orchestra, USA. Als Chefdirigent der Royal Northern Sinfonia stand er dem Orchester von 2002 bis 2014 vor und prägte es zu einem der führenden Orchester Englands. Als «Conductor laureate» wird er dem Orchester auch in Zukunft verbunden bleiben. Die äusserst erfolgreiche Zusammenarbeit ist durch eine Reihe von Einspielungen dokumentiert: Brahms' Violinkonzert und Schumanns Sinfonie Nr. 4, Sibelius' Sinfonien Nr. 3 und 6 sowie Strawinskys Violinkonzert in D–Dur, Schuberts Symphonien Nr. 6 und Nr.9 ebenso wie die Symphonien Nr.1 und Nr.2 von Hans Gál. Die jüngsten Erscheinungen umfassen Mendelssohns Sinfonien Nr. 1 und Nr. 5 mit dem Musikkollegium Winterthur (MDG), sowie Werke französischer Komponisten auf zwei Alben mit dem Orchestre de chambre de Paris (Naïve). Thomas Zehetmair hat den grössten Teil des Violinrepertoires eingespielt; zahlreiche seiner Veröffentlichungen sind vielfach ausgezeichnet. Zu diesen Aufnahmen gehören u. a. Bern Alois Zimmermanns Violinkonzert mit dem WDR Sinfonieorchester unter Heinz Holliger («Diapason d'Or de l'Année» 2009), die 24 Paganini-Capricen (Bestenliste «Preis der deutschen Schallplattenkritik» 2009, Midem Classic Award 2010), eine Einspielung von Elgars Violinkonzert mit dem Hallé Orchestra Manchester unter Mark Elder (Gramophone Award 2010) sowie Mozarts Violinkonzerte mit dem Orchestra of the Eighteenth Century unter Frans Brüggen, die als Referenzaufnahmen bezeichnet werden. Des Weiteren erschien im März 2011 bei ECM die Einspielung «Manto and Madrigals», auf welcher Thomas Zehetmair und seine Duo-Partnerin Ruth Killius eine Reise durch das moderne und zeitgenössische Repertoire für Violine und Viola unternehmen. Thomas Zehetmairs Position als Chefdirigent wurde ergänzt durch zahlreiche Gastdirigate bei Orchestern wie z.B. dem Finnish Radio Symphony Orchestra, dem Hallé Orchestra Manchester, dem Residentie Orkest Den Haag, dem Stavanger Symphony Orchestra, der Camerata Salzburg (Salzburger Festspiele), dem Musikkollegium Winterthur und dem Zürcher Kammerorchester. Als Solist ist er ausserdem immer wieder mit zahlreichen bedeutenden Orchestern zu hören. Für seine vielseitige künstlerische Tätigkeit erhielt Thomas Zehetmair u. a. die Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik sowie den Karl-Böhm-Interpretationspreis des Landes Steiermark. Thomas Zehetmair ist Ehrendoktor der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und der Newcastle University.