Noah Preminger Trio (USA)
feat. Ben Monder & Colin Stranahan
Noah Preminger Trio feat. Ben Monder and Colin Stranahan
Fast möchte man nostalgisch werden: dass solche Platten - Before The Rain - heutzutage überhaupt noch gemacht werden! Und dann auch noch von einem Greenhorn wie Noah Preminger, der bislang gerade mal bei einer Handvoll Aufnahmen mitgewirkt hat! Der in Brooklyn lebende Tenorsaxofonist pflegt das Understatement dezenter, balladesker Moderne, mit sensiblem Ton, aber steigerungsbegabtem Spiel, das die Sanftheit des After Hours Appeals wenn nötig auch hinter sich lassen kann. „Before The Rain“ ist sein zweites Album als Leader, mit dem Rhapsoden Frank Kimbrough am Klavier, dem Stoiker John Hébert am Bass und Beckenschmeichler Matt Wilson am Schlagzeug. Es erzählt neun Geschichten mit reduktionistischem Charme, den man aus Cool-Zeiten kennt, kann loslassen und wieder zusammenfinden, rhythmisch verspielt im Miteinander, einem Puls folgend, der wenn überhaupt irgendwo, dann von Ornette Coleman inspiriert ist. Es ist Musik, der man die Harmonie der Beteiligten anhört, auch wenn nicht immer alles harmonisch klingt – da gibt einer Zeichen, der noch einen spannenden Weg vor sich haben könnte.
Preminger hat sich seit seinem Umzug nach New York zu einem der Fixpunkte der Szene entwickelt, Village Voice erkor sein Debut zum besten Debut Album des Jahres 2008. Nach Muri kommt Noah Preminger mit dem unglaublichen Gitarristen Ben Monder, den man vor allem als Mitglied des Maria Schneider Jazz Orchestra, des Lee Konitz New Nonet und von Paul Motians Electric Bebop Band kennt. Seine Art die Gitarre zu spielen ist unvergleichlich. Am Drums sitzt Colin Stranahan, der uns in der letzten Saison im Jonathan Kreisberg Quartett begeisterte. Ein junger, linkshänder Drummer welcher über sich sagt: "Musik ist in unserer heutigen Welt so wichtig. Mein Ziel ist es, auf die Menschen zu zugehen, mich mit ihnen zu verbinden. Wenn ich für 5 oder 1000 Personen spiele, ist es immer mein Ziel, die Menschen in gewisser Weise zu berühren. Musik ist so schön, nicht nur weil ich mich auszudrücken kann, sondern weil die Zuhörer sie interpretieren können, in der Weise wie sie die Musik hören. Es geht um die Kommunikation und den Austausch unserer Geschichten miteinander."

