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Musig im Ochsen
Adrian Weyermann and Band ein Wiedersehen
Sonntag, 4. November 2007, 21:00 Uhr
http://www.adrianweyermann.com
Es muss einer schon aus besonderem Holz geschnitzt sein, wenn für ihn im Rockklub der Terminkalender frei geräumt und ihm ein Abend auf den Leib geschneidert wird: Eine Soirée in laufend wechselnder Besetzung etwa, dem Geist der Improvisation verpflichtet. Anderthalb Jahre lang hat Adrian Weyermann im Zürcher El Lokal fast jeden Montag im Monat auf die Bühne geladen. Zusammen mit seinen Gästen versuchte er, fremden Kompositionen eine eigene Note zu verleihen und Eigenes fremd klingen zu lassen. Über die Musik traten Generationen in den Dialog, Randseitiges wurde ins Rampenlicht gekarrt, von den Evergreens aus der Sixties-Plattenkiste der Staub gewischt und scheinbar nicht Zusammengehörendes verdrahtet.
Bis im Sommer dieses Jahres Schluss war; immer stärker drängte es Weyermann, wieder seinen inneren Melodien und Tönen nachzuhorchen. In nur drei Monaten entstanden aus 50 Songideen 26 Skizzen und daraus fertige Lieder. Zwölf davon sind auf «Pool» zusammengefasst, dem dritten Soloalbum Weyermanns seit der Auflösung von Crank im Jahr 2001.
Die Abende im El Lokal schwingen auf «Pool» als Echo mit. Der Klang ist analog und stets bleibt in ihm ein Rest von Suche nach der verlorenen Zeit. Dabei ist die Sehnsucht ohne Nostalgie und also ohne Kitsch. Diese Musik berichtet von Blicken des Begehrens und Zuständen der Entäusserung, sie sucht den Glam, ohne seinen dunklen Kern zu leugnen. Sie ist verträumt und steht dabei mit beiden Beinen auf dem Boden. Sie ist hedonistisch und euphorisch, sie will aber nicht überwältigen, vielmehr noch einmal erzählen: von den riesigen Klangbibliotheken, die jeder als vage Erinnerung mit sich herumschleppt, den alten Schätzchen, die um etwas Aufmerksamkeit buhlen. Doch stets ist der Fokus im Blick zurück vorwärts gerichtet. Dabei ist ein Connaisseur am Werk, der grössten Wert auf Feinheiten und Klarheit im
Klang legt. Hier ein zitternder Gitarrenakkord, da ein verhalltes Echo aus der Rhodes oder ein melancholischer Cello-Tupfer.
Eingespielt hat Weyermann das Album live im Studio. Musiker, die alle mit Weyermann auf der Bühne an der Sihl gestanden haben, besorgten die Begleitung; «Leute, die das Beste aus mir herausholen», so Weyermann, «nicht zuletzt, weil sie in ganz anderen musikalischen Ecken zuhause sind als ich». Sie haben ihre Wurzeln im Jazz (Schlagzeuger Luca Ramella von Lauschangriff; Pianist Mario Scarton von Lobith) oder im Blues (Sauterelles und Ex-Krokodil-Drummer Düde Dürst; Organist Hendrix Ackle von Hendrix Cousins und Philipp Fankhauser) oder sie kennen sich aus in der musikalischen Welt der ganz grossen Gefühle (Bassist Thomy)
"Ein Wurf... Die Beschränkung aufs Wesentliche, dieses lockere Ringen um grösstmögliche Unmittelbarkeit äussert sich auf Pool in Form vom zwölf Liedern, die nur so strotzen vor Spielfreude..."
Tages Anzeiger
"Adrian Weyermann beweist in seinem farbenreichen Repertoire einmal mehr – und mehr denn je - sein popmusikalisches Feingefühl."
Line-Up Live:
Adrian Weyermann- vocals, guitar, piano
Luca Ramella- drums
Thomy Jordi- bass
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