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Sarda
Olbia


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Sonntag, 17. Januar 2010, 20:30 Uhr Saal Hotel Ochsen

SARDA präsentieren mit «OLBIA» reifen Pop zwischen Fellini und Tom Waits, zwischen Melancholie und Kargheit.

 

Daniela Sarda (voce, fisarmonica, contrabasso, pianoforte)

Ralph Sonderegger (contrabasso, ukulele, chitarra, basso elettronico)

Mike Moling (pianoforte, basso elettronico, chitarra, fisarmonica)

Rico Baumann (batteria, percussioni)

 

Zweimal Italien.

Zum einen das nostalgische Italien aus der glücklichen Erinnerung, das Italien der Strandferien, Sommerdiscos und der vielen Italo-Hits. Dann das Italien der Gegenwart. Eine Nation im Chaos und Politsumpf. Das Italien der Nachsaison und der zerbrochenen Träume. Das Postkarten-Italien prägte noch «Donna Libellula», das erste Album der Zürcher Band SARDA von 2008. Ein leichtfüssiges Pop-Album mit Sommer-Italo-Sounds. Für die Aufnahmen zu «OLBIA» suchte das Quartett das ehemalige Land der Träume auf. Olbia – das Einfallstor zu Sardinien und zum Touristenmagneten Costa Smeralda, wo auch eine der Frontfiguren des gebrochenen Italiens, Silvio Berlusconi, seine Residenz hat – ist jetzt auch die Pforte zum neuen Sound von SARDA. Zwei Wochen lang zog sich die Band in die kargen Hügel ob Olbia zurück, um das neue Album aufzunehmen und gleichzeitig ein anderes Bild von Italien zu gewinnen – eines mit Rissen. Ciao, bella Italia. «OLBIA» - ein melierter Abgesang auf die eigene Jugend und das Italien der schönen Erinnerungen. Ein Nachsinnen in musikalischen Brüchen. Momente der Bitterkeit wechseln sich ab mit solchen der Lebenssüsse. «OLBIA» ist ein vielschichtiges und tiefgründiges Werk. Die feinsinnigen Botschaften lassen viel Raum für Interpretation. Aufgebrochen ist auch der ehemalige Italo-Pop-Rahmen von SARDA. Die neuen Themen finden ihre Entsprechung in Folk, skurrilem Pop und Postrock, wie wenn Fellini und Tom Waits zusammen einen Soundtrack geschrieben hätten. «OLBIA» ist intelligenter Pop für Erwachsene, geprägt von lebhafter Spielfreude, aus einem organischen Zusammenspiel erwachsen, wie es nur eine Band kennt, die seit gut zehn Jahren zusammen arbeitet. So klingt «OLBIA» nach abgetakelten Instrumenten, Kargheit und windschiefer Nostalgie. «OLBIA» – Song für Song «Bugie» Ein Schlüsselstück, wie es die Stimmung des gesamten Albums in sich eint: melancholisch, desillusioniert, gebrochen, skurril und doch hoffnungsfroh. Ein Barpianist, musikalisch nicht immer auf der Höhe; ein dumpfer Trauermarschrhythmus; ein gestrichener Kontrabass und eine Ukulele, die wie eine Mandoline gespielt unverzagte Aufbruchsstimmung verbreitet. Stellvertretend für das gesamte Album auch die Schlüsselzeile: «Giurami queste bugie e ti giuro, le prendo per verità» (Schwöre auf diese Lügen und ich nehme sie für Wahrheiten). «Retrospettiva II» Die Antwort auf «Retrospettiva I», ein Lebensrückblick. Ein Song über die die ewige Wiederkehr des Gleichen: «Ogni momento tornerà, ogni momento va» (Jeder Moment kehrt zurück, jeder Moment vergeht) – zugleich Anlass für Resignation und Hoffnung. Desgleichen die musikalische Umsetzung: Eine Marschband, die durch die schmalen Gassen eines italienischen Dorfes zieht, wechselt sich ab mit intensiven und dramatischen Postrock-Momenten. «Lelule» Wieder eine Band, die auf einem gemütlichen Dorfplatz einen ausgelassenen Auftritt gibt. Für einen Abend fegen ein beschwingtes Akkordeon und eine sardische Maultrommel alle Bedenken weg. Am Schluss stimmt der ganze Dorfplatz ein in den heiteren «Lelule»-Chor. «Pescatore» Ein weiterer Schlüsselsong um eine alte Fischerweisheit: «Il pescatore non sà, se il mare lo tradirà» (Auch ein Fischer weiss nie, ob er vom Meer im Stich gelassen wird). Die Vergänglichkeit im Sturm des Lebens und eine Ermahnung an ein Leben im Bewusstsein dieser Vergänglichkeit. So wie auch der Song abrupt abbricht. «Peccatrice» «Ich bin eine Sünderin mit dem Antlitz einer Heiligen»: «Peccatrice» thematisiert den Abschied von der heilen Welt. Die Welt, ein Schein, eine grosse Täuschung? Auch die Lämmer sind nicht so fromm, wie man sie gerne sieht. Schliesslich hat auch Bitterkeit ihren Wohlgeschmack. «Mondo diverso» Auch die «vanitosa ragazzina» musste erfahren, dass das Leben keine Romanze ist. Enttäuschungen und Missverständnisse behält sie für sich. Von süss hat sich ihr Geruch zu bitter gewandelt. Das Herz ebenso verbittert, verschlossen, verloren wie die Slidegitarre in einer herben Melancholie. Es bleibt eine Gefühlswüste, wohin sich am Ende, in einem durchdringenden Postrock-Crescendo, auch das Stück trommelt. Eines der intensivsten Momente des Albums. «Johnny» Ein Abschiedssong. Johnny, der arme – er ist schlicht zu gut für diese Welt. Oder zumindest war er es für diese Liebe. Nun steht er da, betrogen und verlassen. Doch auch die Witwe in Schwarz verbleibt in einem zwiespältigen, neuen Glück aus Hieben und Tränen. Das Stück wurde des Nachts im Freien aufgenommen. Lyrisches Froschquaken leitet über zu «Lontano», einem Aufbruchsong. «Lontano» Lebenslust in einem folkigen Road-Song, an dessen Anfang ein leerer Koffer und eine Reise ohne Ziel steht. Francesco Pilu von Cordas et Cannas gibt einen Gastauftritt mit seinen Launeddas, ein traditionelles, sardisches Blasinstrument. Mit Zirkularatmung gespielt klingt das zweistimmige, polyphone Rohrinstrument einem Dudelsack ähnlich. «Retrospettiva I» Das Leben passiert Revue in einem Song aus mehreren Teilen. Man stelle sich ein Fotoalbum vor. Hier, an diesem Klavier, hast du früher doch gesungen? Und dann in der rotzig-munteren Dorfband aus «Lelule»! Am Ende ein Widerhallen des Kindheitsthemas zu Echos und verschlepptem Rhythmus. Das Leben als Kreislauf. «Non cambiare mai» «Hab Vertrauen in das, was du machst. Bleib so, wie du bist. Mir gefällt, wer und wie du bist». Ein «Ja!» zum Leben, munter mitgesungen von einem sardischen Mädchenchor. Ein süsser Song zum Mitschmunzeln. Vielleicht zu süss, um wahr zu sein? «Tutto s'innamora di te» Schlussendlich «geigt» das Leben eben doch. Unbeschwert wurde das Stück nach ein paar Gläschen Mirto in einer nächtlichen Session eingespielt. Eine Kiste als Perkussionskörper, eine leicht verstimmte Gitarre - Leben und Musik sind ein Happening. So unbeschwert und unverfroren musizieren SARDA durch das gesamte Album. Ein Ausdruck des neuen musikalischen Selbstverständnisses der Band, die ihre Pop-Unschuld gleich allen Figuren auf «OLBIA» verloren hat. Damit wird auch die feste Bandordnung aufgehoben: Wo früher jedes Bandmitglied sein festes Instrument hatte, wandern die Instrumente jetzt durch alle Hände. Spielfreude geht dem früheren Anspruch auf Perfektion und Beherrschung jetzt vor. Auch auf der Bühne, in einer reifen Verschränkung von vier musikalischen Persönlichkeiten.

www.sardamusic.ch

www.myspace.com/sardamusic


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Konzertort
Hotel Ochsen
Seetalstr. 16
5630 Muri
Telefon 056 664 11 83
www.ochsen-muri.ch
 
Leitung
Stephan Diethelm
Postfach 35
5630 Muri
Telefon 079 387 61 05
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