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Murianer Museen

Klostermuseum

Das Klostermuseum und der Klosterschatz

Vom reichen Kirchenschatz, den das Kloster Muri einst besass, ist heute nur noch ein bescheidener Teil erhalten. Der Klosterschatz fiel verschiedenen Bränden und Plünderungen (1300, 1363,1400, 1531) zum Opfer,wurde bei Diebstählen während der französischen Okkupation 1798 dezimiert und es war die Helvetische Regierung, die Hand an den Kirchenschatz legte. Obwohl 1803 im Rahmen der Mediationsverfassung ein Teil davon zurückerstattet wurde, war es anlässlich der Klosteraufhebung 1841 der Staat, welcher vorerst alles, was die Mönche nicht rechtzeitig wegschaffen konnten, beschlagnahmte, verkaufte oder einschmolz.
Es kann als Glück bezeichnet werden, dass auf Drängen der kath. Kirchgemeinde Muri 1850 ein bedeutender Bestand ausgehändigt wurde und bei der Übernahme der Klosterkirche 1941 in ihren Besitz kam und so innerhalb der alten Klostermauern der Nachwelt erhalten bleibt.
Klostermuseum am Internationalen Museumstag 2010
 

EIN HÖHEPUNKT DER SILBER- UND GOLDSCHMIEDEKUNST


Der Silbertabernakel


Unter der reichhaltigen Sammlung von Kultgegenständen und Paramenten des 16. bis 18. Jahrhunderts verdient der Silbertabernakel besondere Erwähnung. Erwurde 1700 dem Goldschmied Hans Peter Staffelbach von Sursee verdingt, die Herstellung der Kuppel jedoch nachträglich dem Goldschmied Hans Georg Ott von Schaffhausen übertragen. Das Werk war 1704 vollendet. Er gilt als ein Höhepunkt der barocken Silberschmiedekunst.


Das Relief auf dem Sockel stellt das Abendmahl dar. Auf der Tür finden sich zwei Szenen: unten die um Jesu ungenähten Rock würfelnden Krieger, oben die Kreuzigung: Christus blickt herab, man reicht ihm den Essigschwamm, Maria verkrampft die Hände, in Verzweiflung lehnt sich Maria Magdalena an den Kreuzstamm und umschlingt ihn. Die vollendete Kunst Staffelbachs zeigt sich hier, an den Engeln, an den Säulen und am Rankenwerk nicht zuletzt in der fein abgestuften Punzierung und Mattierung der Flächen.

Silbertabernakel 1700/1704

Abtstab, um 1510/1520, spätgotisch

Silber, z. T. vergoldet, H. 44,5 cm.


Die Abtkrümme besteht aus abgeschnittenen Ästen mit dürrem Laub, woraus das Brustbild der stillenden Muttergottes wächst. Unter Maria ein springender Widder, der zur Annahme führt, dass der Stab, von Abt Laurenz von Heidegg (1508-1549) erworben, aus dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen stammen könnte. (Wappentier Schaffhausen), Kollegium Sarnen.


Mit der Gründung des Klostermuseums 1972 gelang es der Kulturstiftung St. Martin, wichtige sakrale Geräte des überlieferten Klosterschatzes zusammenzutragen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wenn seit der Museumseröffnung auch bedeutende Teile der Leihgaben zurückerstattet werden mussten, so hat sich seither doch ein anschauliches und sehenswertes Ensemble an Kostbarkeiten aus Kirchengeräte in Gold und Silber sowie Paramenten im Klostermuseum vor allem aus der Zeit des Barocks, erhalten.

Spätgotische Abtkrümme um 1510/1520, Detail

Zum Klosterschatz gehören aber auch wertvolle Handschriften, Bücher, Dokumente und Siegel. Sie werden teilweise im Kloster Muri-Gries, im Staatsarchiv des Kantons Aargau oder in der Kantonsbibliothek aufbewahrt.


Eine Erweiterung des Klostermuseums steht in Planung. Verschiedene Leihgeber haben ihre Bereitschaft signalisiert, Ausstellungsstücke für ein erweitertes Klostermuseum zur Verfügung zu stellen



Informationen über Öffnungszeiten, Führungen und Eintritte >> hier

Neu im Klostermuseum seit Dezember 2009

Abtscheibe des Wettinger Abtes Peter Eichhorn

Zürcher Werkstatt ( Mitarbeiter Bluntschli's ?), datiert 1554

Mittelbild mit Muttergottes in blauem Gewand mit dem Christuskind, als Himmelskönigin mit Zepter und Krone. Links Hl. Gallus mit Krückstock und Bär, der ihm nach der Gallusvita Brot und Holz reicht, rechts Hl. Othmar mit Mitra und Krummstab (erster Abt des Benediktinerkloster St. Gallen), flankiert vom Hl. Petrus links und Hl. Paulus rechts. Zwickel mit Verkündigungsszene.

Unten Wappen Rapperswil, Eichhorn und Kloster Wettingen. Darüber Banderole : « Petrus von Gotts gnaden Abt des wirdigen / Gotzhus Wettingen Anno Domyny MDLIV ».



Abtscheibe des Abtes Johann Christoph von Grüth, Abt des Klosters Muri

Zürcher Werkstatt? (Niklaus Bluntschli?), datiert 1553

Über der Inschrift : «JOHANNES CHRISTOPHORUNS VON GOTTES GNADEN ABT DES WIRDIGEN GOTTSHUS MURI 1553». Über der Inschrift das mit Abtstab und Mitra zusammenhängende Wappen der Familie von Grüth, rechts mit Wappen des Klosters Muri, links Wappen mit aufsteigendem Habsburgerlöwe. Zwei Engel in Priestergewändern halten das Wappengebilde.


Kulturstiftung St. Martin, Muri, Schenkung Josef-Müller-Stiftung.

Neu im Klostermuseum seit März 2010

Goldene Schenkuhr von Kaiser Karl I

an Herrn Fritz Huwiler (Detektiv der Luzerner Kantonspolizei)


Diese Uhr ist seinerzeit auf allerhöchsten Befehl des Kaisers Karl I. von Österreich-Ungarn, der im Jahre 1921während kurzer Zeit auf Schloss Hertenstein bei Weggis lebte, als Geschenk dem dienstpflichtigen Detektivwachmeister Fritz Huwiler überreicht worden. Huwiler wies zwar das Geschenk ab, aber die Uhr blieb in der Schweiz und kam später doch in seine Hände. Von seinen Vorgesetzten hatte er deshalb manche Vorwürfe zu hören und die leidige Angelegenheit bewog ihn schließlich zum Austritt aus dem Polizeidienst.

Kulturstiftung St. Martin, Schenkung Gerhard Huwiler 3/2010.

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Dokument anzeigenNeu im Klostermuseum seit Mai 2008 (6324kB)
Dokument anzeigenNeu im Klostermuseum seit Januar 2009 (1634kB)




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Ort
Murianer Museen
Zugang via Klosterkirche
Marktstrasse
5630 Muri

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Ganzjährig Dienstag bis Sonntag

1. März bis 31. Oktober
10:00 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr

1. November bis
28. Februar
10:00 - 12:00 Uhr
13:00 - 16:00 Uhr

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Singisenstrasse 23a
5630 Muri
Telefon 056 664 24 66
pbeuchat@gmx.ch
 
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