Den Himmel vor Augen

Am 12. April 2014 wurde das neue Museum Kloster Muri eröffnet, welches die Besucher einlädt, die in Vergessenheit geratene Geschichte des einstmals einflussreichen und glanzvollen Benediktinerklosters wiederzuentdecken. Während die Klosterkirche in Muri als barockes Juwel gilt, fristete das Klostermuseum bis anhin eher ein Nischendasein. Das hat sich nun geändert. Nach einer umfassenden Neukonzeption und einer umfangreichen Erweiterung ist ein modernes, attraktives Museum entstanden, das die einstige Pracht des Klosters Muri in neuem Licht erscheinen lässt. 
In den neu gestalteten Museumsräumen wird eine tausendjährige Geschichte lebendig: Prunkvolle Monstranzen, funkelnde Kelche, ein kostbarer Silbertabernakel, die berühmten Stifterscheiben im Kreuzgang sowie die schweizweit einzigartige Barockkirche zeugen vom hohen Kunstsinn der Benediktinermönche. Gleichzeitig wirft die Ausstellung Blicke hinter die Klostermauern und erzählt zahlreiche Geschichten aus dem Leben der Äbte und Mönche sowie der mächtigen Habsburgerdynastie.

Das im Jahr 1027 von den Habsburgern gestiftete Kloster Muri erzählt seine beeindruckende und wechselvolle Zeitgeschichte von der Reformation, dem Barock mit seiner Pracht- und Machtentfaltung bis hin zur Vertreibung des Ordens und der Auflösung des Klosters im Jahr 1841. In diesen Klostermauern haben Menschen gelebt, die einen tiefen Glauben hatten, Idealen nachlebten und sich den Himmel verdienen wollten. Sie haben gebetet, gearbeitet, gekämpft, gesündigt, studiert und regiert. Gleichzeitig prägten Äbte und Mönche den Ort und das Leben in Muri während Jahrhunderten. Die Ausstellung beleuchtet den benediktinischen Alltag und erlaubt Einblicke in Organisation, Tagesablauf und wirtschaftliches Auskommen, sie erzählt aber ebenso vom weitreichenden Beziehungsnetz, welches das Kloster Muri mit Exponenten des politischen und kirchlichen Lebens aus ganz Europa unterhielt.
Krönender Abschluss des Museumsrundganges bildet die Klosterkirche, welche eines der bedeutendsten barocken Bauwerke der Schweiz ist und mit ihrem Oktogon auch den grössten sakralen Zentralbau des Landes bildet. Gleichzeitig zeigen die romanische Krypta, der gotische Hochchor und der barocke Zentralbau, dass die Klosterkirche über Jahrhunderte hinweg entstanden ist. Überall zeigt sich aufs Schönste, dass die kostbare Innenausstattung nicht nur Zeuge von Reichtum, sondern ebenso von einem ausgeprägten Kunstsinn der Benediktiner ist.

Mit dem neuen Museum erhält das Kloster Muri eine angemessene Anerkennung, welche auch der historischen Bedeutung des barocken Kleinods Tribut zollt. Das Kulturkafi sorgt in einer entspannten Ambiance für die Verpflegung zwischendurch und der Museumsshop verspricht vielerlei Entdeckungen: Hier darf gestöbert werden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!